2009.0 Notes

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Mandriva Linux 2009 Release Notes

Inhaltsverzeichnis

Einführung

Diese Seite beinhaltet wichtige Informationen über die Mandriva Linux 2009 Version.

Folgende Themen werden behandelt:

  • Generelle Informationen über neue Eigenschaften und wichtige Änderungen
  • Änderungen am Mandriva Installer und Upgrade Anweisungen für Mandriva Linux 2008 Spring Nutzer
  • Änderungen an unterstützen Hardware und Treiber
  • Änderungen bezüglich der Software Pakete
  • Weitere technische Informationen für erfahrene Nutzer

Bitte lies dir auch die Mandriva Linux 2009 Errata - die Errata für die 2009 Version - durch. Die Errata Seite beinhaltet Informationen über bekannte Fehler und Probleme in Anweisungen sie zu beheben, zu vermeiden oder zu umgehen.

Allgemeine Informationen zu neuen Funktionen und umfangreichen Änderungen

Mandriva Linux 2009 beinhaltet (oder wird beinhalten) folgende Versionen der wichtigsten Distributionskomponenten: Kernel 2.6.27, X.org 7.3, KDE 4.1 (und 3.5.10 in /contrib), GNOME 2.24, Mozilla Firefox 3, OpenOffice.org 3.

Eine frühere stabile Version aufwerten

Allgemeine Anmerkungen

Bitte beachte, dass bei einem Upgrade einer früheren Mandriva Linux Version mit der Free oder Powerpack Edition, KDE 3 (wenn es denn installiert ist) durch KDE 4 ersetzt und deine persönlichen KDE Einstellungen verloren gehen werden. Wenn du das vermeiden willst, empfehlen wir dir entweder die Möglichkeit des Installers zu nutzen Internet Repositories vor dem Upgrade hinzuzufügen, eine Netzwerk Installation durch zuführen oder aber die neu eingeführte Fähigkeit von Mandriva Online (des Mandriva Updatebenachichtigungs-Applett) zu nutzen ein Upgrade durch zuführen (ein offizielles Update für Mandriva Linux 2008 Spring wird die Funktion bereit stellen). Bei jeder dieser Methoden, wird KDE 3 Pakete verfügbar haben und dein aufgewertetes System wird weiter KDE 3 und deine persönlichen Einstellungen nutzen.

Eine bestehende Mandriva Installation aufzuwerten kann theoretisch immer Probleme verursachen. Ein Upgrade wird generell unterstützt und auch getestet, doch bei der großen Menge an Paketen und verschiedenen Hardwarekonfigurationen kann ein Upgrade auf deinem System auch zu einer nicht vorhersehbaren Situation führen. Daher raten wir dir dringend an vor dem Upgrade alle wichtigen Daten oder das ganze System zu sichern.

Upgrade von 2008 Spring

Mit dem Vorbehalt der oben steht, sollte ein reguläres Upgrade mit Hilfe der Free oder Powerpack Edition problemlos verlaufen. Zu dem ist eine neue Upgrademethode verfügbar: ein grafisches live-Upgrade. Das bedeutet, dass das Mandriva Update Applett, MandrivaOnline, dich über eine neue Mandriva Linux Version (2009) informiert und dich fragt, ob du auf die Version aufwerten willst. Wenn du dem zustimmst, wird das Upgrade aus dem laufendem System raus durchgeführt, wie eine normale Aktualisierung. Danach solltest du ein funktionierendes Mandriva Linux 2009 System starten können.

Natürlich gibt es auch weiterhin die Möglichkeit ein textbasierte Upgrade mit urpmi durch zuführen. Dazu musst du erst sicherstellen, dass alle für Mandriva Linux 2008 Spring verfügbaren Updates eingespielt wurden. Danach entfernst du über den Paketquellenmanager oder über den Befehl urpmi.removemedia alle eingetragenen Softwarequellen. urpmi.removemedia -a wird alle Quellen entfernen. Wenn das erledigt ist, muss ein kompletter Satz an Softwarequellen von 2009 einrichten. Dazu kannst du auf Easy URPMI gehen. Wähle im Versions-Feld 2009 und drücke auf Add official medial (deutsch:füge offizielle Medien hinzu). Öffne die angebotene Datei (mit urpmi).

Danach starte folgenden Befehl als root:

urpmi --auto --auto-select --replacefiles 2>&1 | tee upgrade.log

Du wirst vielleicht die Fehlermeldung "unknown option --replacefiles" sehen, das ist aber normal und soll dich nicht stören: ältere Version von urpmi kennt diese Option nicht, das urpmi von 2009 aber schon und nach dem urpmi selbst aktualisiert wurde, wird der Prozess erneut gestartet. Dadurch wird für den Fall das Probleme aufgetreten sind oder du noch mal nach gucken willst, die Ausgabe des Prozesses in die Datei upgrade.log geschrieben. Nach diesem Prozess solltest du umgehend das System neustarten und ein aktuellen und funktionierendes 2009 vor finden.

Upgrade von 2007 Spring oder 2008

Mit dem oben geschilderten Vorbehalt, kannst du mit der Free oder Powerpack Edition ein Upgrade problemlos durch führen. Natürlich kannst du auch die Möglichkeit ein textbasierte Upgrade mit urpmi durch zuführen nutzen. Dazu musst du erst sicherstellen, dass alle für Mandriva Linux 2008 Spring verfügbaren Updates eingespielt wurden. Danach entfernst du über den Paketquellenmanager oder über den Befehl urpmi.removemedia alle eingetragenen Softwarequellen. urpmi.removemedia -a wird alle Quellen entfernen. Wenn das erledigt ist, muss ein kompletter Satz an Softwarequellen von 2009 einrichten. Dazu musst du die Adresse eine 2009 Spiegelservers wissen. Die findest du auf der Liste verfügbarer Spiegelserver (oder hier für x86_64). Notiere die URL am Ende der Zeile eines jeden Spiegelservers und führe folgenden Befehl aus:

urpmi.addmedia --distrib ''URL''

Wobei du URL durch die gewählte URL ersetzen musst. Um den Spiegelserver mit der URL ftp://ftp.nluug.nl/pub/os/Linux/distr/Mandrakelinux/official/2009.0/i586 hinzuzufügen, müsstest du beispielsweise folgenden Befehl ausführen:

urpmi.addmedia --distrib ftp://ftp.nluug.nl/pub/os/Linux/distr/Mandrakelinux/official/2009.0/i586

Danach führe diesen Befehl als root aus:

urpmi --auto --auto-select --replacefiles 2>&1 | tee upgrade.log

Du wirst vielleicht die Fehlermeldung "unknown option --replacefiles" sehen, das ist aber normal und soll dich nicht stören: ältere Version von urpmi kennt diese Option nicht, das urpmi von 2009 aber schon und nach dem urpmi selbst aktualisiert wurde, wird der Prozess erneut gestartet. Dadurch wird für den Fall das Probleme aufgetreten sind oder du noch mal nach gucken willst, die Ausgabe des Prozesses in die Datei upgrade.log geschrieben. Nach diesem Prozess solltest du umgehend das System neustarten und ein aktuellen und funktionierendes 2009 vor finden.

Upgrade von früheren Versionen

Ein Upgrade von einer Mandriva Version 2007 Spring wird nicht unterstützt. Wenn du eine Upgradeinstallation durch führst, wird das Beste versucht, doch wenn es schief geht ist das System wohl zerschossen. Entscheidest du doch also bei einer Version vor 2007 Spring für ein Upgrade, solltest du dringend vorher eine Sicherheitskopie des Systems anlegen!

Varianten

Mandriva Linux 2009 wird in verschiedenen Editionen verfügbar sein::

  • die One Edition ist eine installierbare Live CD, welche die aktuellsten proprietären Treiber enthält und kostenlos heruntergeladen werden kann. Es sind 8 verschiedene Versionen der One Edition vorhanden: jeweils 4 für GNOME und KDE mit den unterschiedlichen Sprachen.
  • die Powerpack Edition enthält Support, Services, ein breites Angebot an Pakete und viele weitere proprietäre Anwendungen, wie Trail-Versionen von Cedega und LightZone und einen Teil des Fluendo Multimedia Codec Packs für MP3, WMA und WMV Dateien.
  • die Free Edition ist eine Edition quell-offener Software, ohne jegliche unfreie Pakete die in den anderen Editionen vorhanden sind und kann kostenlos heruntergeladen werden.

Für weitere Informationen zu den verschiedenen Editionen, siehe diese Seite um die richtige Edition für dich zu finden.

Zusätzliche Informationen sind online verfügbar:

Nicht mehr benötigte/verfügbare Funktionen

Kernel-laptop entfernt

Der kernel-laptop Kernel ist in Mandriva Linux 2009 nicht mehr vorhanden. Durch das Verbessern des Kernel-Codes hat zur Folge, das einige der Unterschieden zwischen Laptop- und Dekstop-Kernel irrelevant geworden sind und einige problemlos in den Dekstop Kernel integriert wurden. Deswegen ist für Mandriva Linux 2009 der Desktop Kernel genauso für Laptops geeignet und wir automatisch auch auf Laptops installiert. Diejenigen die von früheren Versionen auf Mandriva Linux 2009 aktualisieren, werden automatisch wechseln, solange sie das passende -latest Metapaket installiert haben.

Änderungen im Bezug auf die unterstützte Hardware und Treiber

High Memory (bis zu 4GB RAM) Unterstützung des kernel-desktop586 (Mandriva Linux One)

In früheren Versionen unterstütze der kernel-desktop586 - welcher eigentlich zur Unterstützung von wirklichen i586 (Intel Pentium oder kompatiblen) Prozessoren eingeführt wurde, da der übliche kernel-desktop nur i686 (Pentium II oder kompatible ) und neuere Prozessoren unterstützt - lediglich bis zu 1GB RAM. Das hatte den Grund, dass es wahrscheinlich kein i586 Prozessorsystem gibt, welches mehr als 1GB RAM verwendet. Jedoch wird, mit der Einführung der One Edition von Mandriva Linux, dieser Kernel verwendet um auf einem möglichst breitem Hardwarespektrum zu funktionieren, mit der Konsequenz, dass die One standardmäßig nicht mehr als 1GB RAM erkennt. Um Systeme mit mehr als 1GB RAM auszunutzen, haben wir in dieser Version den kernel-desktop586 so angepasst, dass er wie der kernel-desktop bis zu 4GB RAM erkennt. Unsere Test haben ergeben, dass der resultierende Leistungsverlust auf wirklichen i586 Systemen sehr gering ist und die kleine Gruppe an Nutzern, die Mandriva Linux auf einem i586 Prozessor nutzen, nicht übermäßig belastet wird.

Status der Unterstützung gebräuchlicher Hardware

In diesem Abschnitt findest du Informationen über den Status der Unterstützung besonders häufig genutzter Hardware in Mandriva Linux 2008 Spring.

nVIDIA-Grafikkarten

Alle nVIDIA-Grafikkarten bis zur GeForce GTX 2xx' werden unterstützt. Die 3D-Beschleunigung wird für alle anderen nVIDIA-Grafikkarten mit Hilfe des proprietären nvidia-Treibers unterstützt, der den Ausgaben One und Powerpack beiliegt und über die öffentlichen non-free-Paketquellen installiert werden kann. Die Version des mitgeliefertem proprietäre Treibers ist 177.70. Freie Softwareunterstützung bietet der nv-Treiber, der grundlegende 2D-Operationen auf allen nVIDIA-Karten unterstützt.

ATI-Grafikkarten

Alle ATI-Grafikkarten bis zur Radeon HD 4870, werden direkt unterstützt. An der Unterstützung von Grafikkarten der Baureihen prä-Radeon X1xxx (mit Chipkernen r400 und niedriger) hat sich seit der Veröffentlichung von Mandriva Linux 2008 nichts geändert und wird entweder durch den proprietären fglrx Treiber (welcher in der One und Powerpack Edition und in den öffentlichen non-free Repositories enthalten ist) oder dem freien radeonhd Treiber bereit gestellt. Unterstützung für post-Radeon X1xxx Karten (r500 oder höher) wird durch den fglrx Treiber (welcher in der One und Powerpack Edition und in den öffentlichen non-free Repositories enthalten ist) oder durch den freien radeonhd Treiber bereit gestellt. Die Version des mitgelieferten proprietären Treibers ist Catalyst 8.8, oder auch fglrx 8.5222.

Bitte beachte das Mandrivas-Grafikkartendetektor alle Karten des selben Treibers und der gleichen Treibereinstellungen in einer Gruppe abdeckt und deine Karte als Bestandteil einer dieser großen Gruppen zugeordnet wird: das Grafikeinrichtungswerkezug wird nicht den exakten Namen deiner Karte anzuzeigen sondern lediglich den Gruppennamen. Das bedeutet aber nicht, dass deine Karte suboptimal unterstützt wird, sondern dass der gleiche Treiber mit den gleichen Optionen wie bei anderen Karten der Gruppe genutzt wird. Es wurde wert darauf gelegt, die Gruppen möglichst unmissverständlich zu benennen, jedoch ist das dank der verschiedenen Nummerierungsschemata ATIs für die drei Produktlinien - Desktop, Mobile und integrierte Chips - nicht immer möglich. Falls du einen mobilen oder integrierte ATI Chipsatz hast, ist es möglich, dass es so scheint, als sei die "falsche" Gruppe ausgewählt wurde (beispielsweise wird der integrierte Radeon 1100 und Radeon 1200 Chipsatz als Radeon 9500 - Radeon X1050 Gruppe erkannt). Die ausgewählte Gruppe ist in der Regel die tatsächlich richtige für deine Hardware und wenn sie korrekt arbeitet, solltest du nicht die Gruppe wechseln.

Intel Grafikkarten

Alle derzeit verfügbaren Intel Grafikkarte, inklusive des kürzlich veröffentlichten G41 Chipsatz, werden mit 3D-Beschleunigung und 3D Desktopfunktionen komplett nativ unterstützt. Die gelieferte Version des intel X.org Treibers ist 2.4.2, mit einigen Patches für den G41 Chipsatz.

Weitere Grafikkarten

VIA / S3 UniChrome / Chrome9 Grafikkarten werden komplett durch den OpenChrome Treiber unterstützt. Dazu gehört auch die 3D-Beschleunigung einiger Karten und 2D und Video Playback Beschleunigung für die meisten Karten. Jedoch stehen mit dem Treiber keine 3D-Desktopfunktionen zur Verfügung. Alle Chrome Geräte werden automatisch nativ erkannt und eingerichtet.

SiS 670 / 671-basierte Karten werden durch den sis-imedia Treiber unterstützt. Der Treiber stellt sowohl 2D als auch Video Playback Beschleunigung für diese Karten. 3D-Beschleunigung und 3D-Desktopfunktionen werden jedoch nicht unterstützt. Diese Geräte werden automatisch nativ erkannt und eingerichtet.

AMD Geode GX/LX karten werden durch den geode X.org Treiber 2.10.1 unterstützt. Diese Karten werden automatisch nativ erkannt und eingerichtet.

HDA-basierte Sound-Geräte

Das Sound-System vieler neuerer Systeme stützt sich auf den HDA-Codec,der in Linux durch den snd-intel-hda-Treiber (Teil des ALSA-Projekts) unterstützt wird. Mandriva Linux 2008 Spring enthält die neuste verfügbare Version von ALSA sowie mehrere Dutzend Patches, um die Unterstützung für spezifische Implementierungen des HDA-Codecs bereitzustellen oder zu verbessern. Wir hoffen, dass die Ausgabe 2009 hierdurch mit einer möglichst breit gefächerten Palette dieser integrierten Chipsätze kompatibel ist.

Wireless Netzwerkgeräte

Mandriva Linux 2009 kommt mit den neusten Versionen einer breiten Palette von WLAN-Treibern, um so viele Geräte nativ zu unterstützen. Spezielle Verbesserungen sind unter anderem die Einführung des rt2860 Treibers für Realtek 2860 Chipsätzen, die in vielen Netbooks und Laptops verbaut sind und der komplett freien (quelloffen) ath5k und ath9k Treiber, die den teilweise proprietären madwifi Treiber für Atheros Chipsätze ersetzten.

Benötigte Firmware für Broadcom Wireless-Adapter

Mandriva Linux 2009 enthält einen nativen Treiber für Broadcom-Wireless-Adapter. Dieser Treiber benötigt die Firmware eines Windows®-Treiber, um genutzt werden zu können. Aufgrund gesetzlicher Beschränkungen können wir die Firmware selbst oder eine angemessene Kopie des Windows®-Treibers nicht mit Mandriva Linux 2008 Spring ausliefern.

Wenn du einen solchen Adapter zu konfigurieren versuchst, fragt Mandriva Linux dich nach einem Windows®-Treiber und bietet an, auf deiner Windows®-Partition danach zu suchen. Dies funktioniert häufig. Falls du keinen geeigneten Treiber auf deiner Windows®-Partition finden kannst oder keinen Windows®-Treiber besitzt, solltest du den Windows®-Treiber von dieser Seite herunterladen. Führe einfach den Befehl der mit wget anfängt und entpacke das Archiv in ein Verzeichnis in deinem home-Ordner. Danach wähle die Datei wl_apsta_mimo.o des Archivs, wenn dich Mandrivas Netzwerk Konfigurationswerkzeug nach dem Treiber fragt und du wirst deine WLAN-Karte danach normal einrichten

Eine Schritt-für-Schritt Anleitung findest du dieser Seite.

gspca-unterstütze Webcams laufen ohne weiteres Zutun

Mit Mandriva Linux 2009 werden alle vom gspca Treiber unterstützten Webcams ohne weitere Konfigurationen oder Paketinstallationen funktionieren. In früheren Mandriva Linux Versionen war dazu erst die manuelle Installation eines Treiberpakets nötig.

Unterstützung für mobile Geräte verbessert

Zusätzlich zu der Unterstützung zur Synchronisation für Windows Mobile®-Geräte ab der Version 5, Blackberry und Nokia Geräten der 2008 Spring, werden mit der 2009 auch Geräte bis Windows Mobile® 2003 unterstützt. Die Unterstützung von Windows Mobile®-Geräte wurde auch durch die neuste Version von SynCE, durch die Verwendung von synce-hal anstelle von odccm und durch die Unterstützung im Mandriva Firewall Konfigurationswerkzeug, das nun die für die Synchronisation nötigen Ports öffnen kann, verbessert. Die 2009 behebt bzw. umgeht einige Fehler bei der direkten Synchronisation zwischen Windows Mobile® und Blackberry-Geräten - und ist die einzige Distribution die das macht. Außerdem wurde die Unterstützung zur Anbindung von Blackberrys verbessert.

Änderungen im Bezug auf die Installation

Neuer Installer

Für Mandriva Linux 2009 wurde der traditionelle Installer (DrakX) komplett überarbeitet, wesentlich umgeschrieben und bekam eine neue Oberfläche. Die Veränderungen machen den Installer attraktiver, mächtiger und einfacher zu nutzen.

Post-Installationsroutine des One Installers

Der One Installer (unterscheidet sich vom traditionellem DrakeX Installer) hat nun eine verbesserte Post-Installationsroutine. Nach der erfolgreichen Installation werden automatische Treiber für nicht verbaute Hardware und nicht genutzte Sprachpakete entfernen. Das reduziert sowohl die Bootzeit als auch den verbrauchten Festplattenspeicher.

Änderungen im Bezug auf die Mandriva-Werkzeuge

Neugestaltung des Installers und Mandriva Control Centers

Das Mandriva Control Center (drakconf) und der Installer (DrakX) wurden für Mandriva Linux 2009 komplett neugestaltet, um sie noch attraktiver und benutzerfreundlich zu machen. Außerdem nutzen beide nun WebKit anstelle von GtkHTML als HTML Rendering Enging.

Neues Druckereinrichtungswerkzeug system-config-printer

Um die Entwicklung effektiver zu gestalten und wo immer es möglich ist distributionsübergreifend zusammen zuarbeiten, wurde für Mandriva Linux 2009 Mandrivas altes Druckereinrichtswerkzeug printerdrake durch system-config-printer ersetzt. Ursprünglich von Fedora entwickelt und bereits von Ubuntu übernommen, ist system-config-printer in fast jeder Hinsicht ein fähiger Ersatz für printerdrake. In einigen Eigenschaften hinkte es printerdrake etwas hinter her, so dass wir die fehlenden Funktionen implementiert und der Allgemeinheit zur Verfügung gestellt haben. Wir sind uns sicher, dass du system-config-printer als vollen Ersatz für printerdrake nutzen kannst. So wie printerdrake ist es über das Mandriva Control Center erreichbar. Bei der One Edition muss system-config-printer erst installiert werden, da auf der ISO kein Platz mehr war.

Neues Standard Authentifizierungsschema

Mandriva Linux 2009 führt das neue Authentifizierungsschema namens tcb - der Alternative zu shadow ein. Die tcb Suite wurde, beim Umstieg zum tcb Schema, zum besseren Schutz der Benutzerpasswörter entwickelt (anders als bei shadow, wo Passwörter global in /etc/shadow geschrieben werden, hat bei tcb jeder Nutzer via /etc/tcb/(username)/shadow nur Zugriff auf sein eigenes Passwort). Es arbeitet auch mit dem alten shadow Schema, welcher als Standard in Mandriva Linux verwendet wird. Ein Werkzeug, set_tcb, ist vorhanden, um zwischen shadown und tcb Passwörtern wechseln zu können.

Das pam_tcb Modul ist vollständig abwärtskompatibel mit pam_unix und demzufolge werden die meisten, wenn nicht sogar alle, von pam_unix verwendeten PAM Konfigurationsdateien weiter funktionieren, sofern das System weiter /etc/shadow nutzt (pam_unix Kompatibilität wird nicht funktionieren, wenn das System tcb Passwörter nutzt).

Ein weiterer Vorteil pam_tcb zu nutzen, ist die Fähigkeit stärkere blowfish, sha256c, oder sha512c Passwörter anstelle von md5 Passwörtern zu verwenden. Neuinstallationen werden blowfish als Standard für Passwörter nutzen.

Bei einem Upgrade von früheren Mandriva Linux Versionen auf Mandriva Linux 2009.0 wird die PAM Konfigurationsdateien nicht automatisch migrieren oder auf pam_unix Kompatibilität, welches weiter md5 Passwörter nutzt, angewiesen sein. Um die Vorteile der neuen Passwortzerstückelung zu nutzen, müssen die PAM Konfigurationen in (/etc/pam.d/system-auth) aktualisiert werden, so dass sie pam_tcb direkt aufrufen. Das kann ebenfalls mit dem set_tcb Werkzeug geschehen. Bestehende MD5-Passwörter funktionieren weiterhin, alle neue oder veränderte Passwörter werden jedoch die gewählte Zerstückelung verwenden.

Es sollten keine Veränderungen beim Gebrauch von LDAP oder NIS Authentifizierungen auftreten.

Paketquellenverwaltung

Mandrivas Paketverwaltungsprogramm konfiguriert nun die offiziellen Repositories komplett automatisch. Beim ersten Starten des Systems nach der Installation werden die offiziellen Repositories komplett automatisch eingerichtet. Nun wird aber nicht ein bestimmter Spiegelserver gewählt, sondern automatisch durch ein neues System für jede Operation ein nahgelegner, aktueller Spiegelserver mit Hilfe des Aria2 Downloaders gewählt. Aria2 wurde angepasst, die nächsten Spiegelserver zu testen um die höchste Downloadrate zu erreichen. Du kannst auch weiterhin über die Paketquellenverwaltung einen speziellen Spiegelserver wählen, falls das eher deinen Ansprüchen genügt.

Wenn du es bevorzugst manuell einen speziellen Spigelserver zu wählen, anstatt das automatische Spigelserver-System zu nutzen, kannst du das auch in der Paketquellenverwaltung machen. Entferne alle existierenden Repositories (wenn denn schon welche eingerichtet sind) und gehe auf das "Optionen" Menü und wähle "Add Media". Das wird dir den aus 2008 Spring bekannten Prozess zum Auswählen eines Spiegelservers geben und du kannst dort einen bestimmten Server wählen.

Verwaiste Pakete mit urpmi finden

Der Paketmanager von Mandriva, urpmi, ist nun in der Lage verwaiste Pakete zu finden und zu entfernen - Pakete die als Abhängigkeit installiert wurden, jedoch nicht mehr gebraucht werden. Jedesmal wenn du eine URPMI Operation beendest, wirst du über vorhanden Waisenpakete informiert werden. Du kannst sie dann mit folgendem Befehl entfernen:

urpme --auto-orphans

Updatestatus von Repositories nicht länger über ein Werkzeug änderbar

In Mandriva Linux werden für ein Update nur Paketquellen verwendet die als solche markiert sind. In Mandriva Linux 2009 lässt sich dieser Status nicht mehr über den Paketquellenmanager ändern, da es nur in sehr wenigen Ausnahmen Sinn macht und in der Vergangenheit viele Nutzer fälschlicherweise Repositories als Updatemedien markiert haben, die eigentlich gar keine sind - zum Beispiel die Backport-Repositories - und installierten sich so mit negativen Folgen Pakete, die sie nicht benötigten. Daher haben wir den Paketquellenmanager so verändert, dass sich der Status nicht mehr ändern lässt.

Falls der ein oder andere Nutzer den Status verändern muss, weil du zum Beispiel alle Paket mit den Backportquellen aktualisieren willst und du eventuelle Probleme in Kauf nimmst, musst du die Anwendungen von der Konsole aus im Expertenmodus starten:

drakrpm-edit-media --expert

Wir weisen jedoch erneut darauf hin, dass es für gewöhnlich eine schlecht Idee ist den Status der Repositories zu ändern!

Bootsplash System gewechselt

Das Mandriva Bootsplash System - das System zur grafischen Darstellungen des Startvorgangs - wurde von bootsplash auf Splashy gewechselt. Die Entscheidung wurde gefällt, weil das bootsplash Projekt nicht mehr weiter entwickelt wird und einen großen Kernelpatch benötigt um zu funktionieren. Das bedeutet, dass Mandriva für das Entwickeln und Testen des Kernelpatches verantwortlich wäre. Splashy dagegen wird aktiv weiter entwickelt und benötigt keinen Kernelpatch: Es wird komplett in den User-Space implementiert.

Splashy hat einige Vor- als auch Nachteile gegenüber bootsplash. Wir wollen diese in Zukunft aber beheben. Am auffälligsten ist dabei, das der grafische Hybrid-Modus von bootsplash in Splashy noch nicht vorhanden ist. Wenn du in früheren Mandriva Linux Versionen während des Startvorgangs ESC gedrückt hast, wurde dir ausführlich alle Bootmeldungen im grafischen Layout präsentiert. Außerdem gestalltete sch die erste virtuelle Konsole im gleichen Stil. Mit Splashy ist dieser Modus noch nicht vorhanden, so dass du beim Drücken von ESC die kompletten Bootmeldungen, wie auch die erste virtuelle Konsole in einem textbasiertem Bild zu sehen bekommst.

Schriftgröße und physikalische DPI

Frühere Versionen von Mandriva Linux haben versucht den richtige DPI (dots per inch, deutsch: Punkte pro Zoll) Wert für deinen Monitor zu setzten. Dieser DPI Wert wird hauptsächlich zum rendern von Schriften verwendet. Das System versucht sicher zu stellen, das ein '10 Punkt' großes Zeichen auf jedem Monitor die gleiche physikalische Größe hat.

Löblicherweise arbeitet das System ohne größere Probleme, abgesehen von bizarren Ergebnissen, wenn die DPI Erkennung fehlschlug, da keine Oberfläche einer Desktopumgebung völlig unabhängig von der Auflösung ist, was bedeutet, dass auf einem Bildschirm mit hoher DPI (also meist ein kleiner Monitor mit hoher nativen Auflösung) Zeichen größer als das Element der Oberfläche zu dem es gehört sein konnten. Ähnliche Probleme konnten bei Webseiten auftreten, die auf spezifische Größen in Pixel basieren und somit nicht auflösungsunabhängig dargestellt werden. Lange Rede kurzer Sinn, wie die meisten Nutzer schon festgestellt haben, ist die Computerwelt nicht in der Lage die ideale Auflösungsunabhängigkeit zu erreichen.

Mit Mandriva Linux 2009 haben wir uns dazu entschieden den Konventionen der meisten anderen Betriebssystem und Distributionen anzuschließen und für alle Monitore den gleichen DPI Wert einzustellen, egal welcher Wert eigentlich korrekt wäre. Als Wert wird 96 DPI verwendet, wie bei den meisten anderen Betriebssystemen. Das führt dazu, dass Zeichen der gleichen Punktgröße auf verschiedenen Monitoren größer oder kleiner ausfallen könne, je nach Auflösung und physikalischer Größe des Monitors, wie viele Nutzer es von Microsoft Windows® oder Apple OS X® gewohnt sind und viele Anwendungen und Websteiten es erwarten. Benutzer die weniger Lust haben eine kleine 10 Punktschrift auf einem hochauflösendem Laptop-Bildschirm zu lesen, können die DPI Werte in KDE bzw. GNOME Kontrollzentrum oder einfach die Schriftgröße verändern.

Mehr Informationen: logical DPI(en)

Änderungen bezüglich der Software

Gecko-basierte Anwendungen nutzen jetzt XULRunner

In früheren Version wurden Anwendungen die die Gecko Web Content Engine (einem Teil des Mozilla Projekts) nutzen, mit Mozilla Firefox selbst kompiliert, um die Abhängigkeiten zu erfüllen. Das war jedoch nicht sehr zufriedenstellend, denn das bedeutete, dass jede Gecko-basierte Anwendung jedesmal erneut kompiliert werden musste, wenn Firefox aktualisiert wurde. Mit Mandriva Linux 2009 hat die XULRunner Plattform die nötige Reife erreicht. XULRunner ist ein Projekt welches die XUL Runtime Enviroment (die von allen Gecko-basierten Anwendungen gebraucht wird) als eigenständiges Paket abtrennt. Nun können diese Anwendungen mit XULRunner kompiliert werden, wie mit einer Standard Library. Bei einer Aktualisierung von XULRunner müssen jetzt nur noch die Gecko-basierten Anwendungen selber erneut gebaut werden und das auch nur dann, wenn bei der Aktualisierung die Kompatibilität verloren geht. Das Ergebnis ist eine standardtiesiertere und besser zu handhabende Build-Enviroment für Gecko-basierte Anwendungen und dass im Laufe des 2009 Zyklus weniger Pakete aktualisiert werden müssen.

Standardisierung

PackageKit

Mandriva Linux 2009 kommt mit getesteter und funktioneller Unterstützung für das PackageKit Projekt, was eine standardisierte distributionsübergreifende Paketmanagerschnittstelle zur Verfügung stellt. Jede Anwendung die die PackageKit Schnittstelle als Paketmanagment nutzt, kann durch Installation des packagekit Paketes auf Mandriva Linux 2009 arbeiten. Du kannst in Mandriva Linux 2009 auch die zahlreichen grafischen Oberflächen für das PackageKit installieren. Pakete sind gnome-packagekit, kpackagekit und Browser-Plugin packagekit-browser-plugin verfügbar.

Weitere Änderungen

LEGACY_PTY_COUNT ist jetzt 0

Legacy PTY (/dev/ttyxx sind weiterhin in unserem Kernel aktiviert, jedoch werden standardmäßig keine erzeugt um die Bootzeit um einige Sekunden zu verkürzen. Wenn du für eine veraltete Anwendung welche benötigst, kannst du folgenden Bootparameter ergänzen:

pty.legacy_count=32

Wobei du die 32 durch eine Nummer deinen Bedürfnissen entsprechend ersetzten kannst.

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